Kurz beantwortet: Stelle ChatGPT, Perplexity und Google die Fragen, die deine Kunden stellen würden – ohne deinen Firmennamen zu nennen. Prüfe, ob du genannt wirst, ob die Angaben stimmen und welche Quellen die KI zitiert. Das dauert 15 Minuten und kostet nichts. Wirst du nicht genannt, liegt das fast immer an fehlenden Grundlagen: unvollständiges Google-Unternehmensprofil, wenige Bewertungen, inkonsistente Daten oder Inhalte, aus denen eine KI nichts zitieren kann.
Immer mehr Menschen stellen ihre Anbieter-Fragen nicht mehr Google, sondern einer KI: „Welcher Steuerberater in Kerpen ist gut für Selbstständige?" – und bekommen keine Trefferliste, sondern eine fertige Antwort mit zwei, drei Namen. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Suche: Es gibt keine Seite 2. Wer in der Antwort nicht vorkommt, existiert für diesen Nutzer in diesem Moment nicht – die Vorauswahl ist gefallen, bevor du je die Chance auf ein Gespräch hattest.
Die gute Nachricht: Ob du in diesen Antworten auftauchst, kannst du selbst testen – ohne Tools, ohne Kosten, in einer Viertelstunde. Und die Hebel, mit denen du deine Chancen verbesserst, kennst du wahrscheinlich schon.
Wie kommt eine KI überhaupt auf ihre Empfehlungen?
Vereinfacht passiert bei einer Anbieter-Frage zweierlei. Entweder antwortet das System aus seinem antrainierten Wissen – dann nennt es Unternehmen, die im Netz über Jahre häufig und konsistent erwähnt wurden. Oder es startet eine Live-Suche im Web, zieht sich passende Textpassagen aus den Treffern und baut daraus die Antwort – dieses Verfahren heißt RAG. Bei lokalen Fragen („in Kerpen", „in meiner Nähe") springt fast immer die Live-Suche an.
Daraus folgen zwei Dinge, die viele überraschen. Erstens: Ein gutes Google-Ranking ist keine Garantie für KI-Nennungen – die Systeme gewichten anders und ziehen andere Quellen heran. Du kannst bei Google auf Seite 1 stehen und bei ChatGPT unsichtbar sein, und umgekehrt. Zweitens, ein Detail mit Praxisfolgen: ChatGPT nutzt für seine Live-Suche Bing, nicht Google. Ob deine Website im Bing-Index steht und dein Betrieb dort ein Profil hat, prüfen die wenigsten – dabei entscheidet genau das mit darüber, ob ChatGPT dich überhaupt finden kann.
Der Selbsttest: In 15 Minuten wissen, wo du stehst
Du brauchst keine kostenpflichtigen Tools – nur ein paar durchdachte Fragen und eine simple Tabelle.
Schritt 1: Formuliere 5 bis 10 echte Kundenfragen. Wichtig: ohne deinen Firmennamen. Es geht nicht darum, ob die KI dich kennt, wenn man nach dir fragt – sondern ob sie dich empfiehlt, wenn jemand nach deiner Leistung fragt. Also nicht „Was ist [Firma]?", sondern so, wie deine Kunden wirklich fragen:
- „Welcher [deine Branche] in [dein Ort] ist empfehlenswert?"
- „Ich suche [Leistung] im Rhein-Erft-Kreis – wen würdest du empfehlen?"
- „Wer macht [deine Spezialisierung] in [Region] gut?"
Formuliere jede Frage in zwei, drei Varianten – KI-Antworten reagieren stark auf die genaue Formulierung des Prompts, und deine Kunden fragen alle unterschiedlich.
Schritt 2: Frage mehrere Systeme. Mindestens ChatGPT, Perplexity und Google (dort erscheinen bei vielen Suchen AI Overviews – die KI-Antworten über den Treffern). Die Systeme nutzen unterschiedliche Quellen und empfehlen teils völlig unterschiedliche Anbieter – ein Test in nur einem System sagt wenig aus.
Schritt 3: Dokumentiere die Ergebnisse. Eine einfache Tabelle reicht: Datum, Frage, System, wirst du genannt (ja/nein), stimmen die Angaben, welche Quellen zitiert die KI – und welche Wettbewerber werden genannt. Die zitierten Quellen sind der wertvollste Teil des Tests: Sie zeigen dir schwarz auf weiß, welche Plattformen die KI für deine Branche als vertrauenswürdig behandelt – und wo du deshalb präsent sein solltest.
Schritt 4: Wiederhole den Test. KI-Antworten schwanken – dieselbe Frage kann heute anders beantwortet werden als morgen. Ein einzelner Durchlauf ist eine Momentaufnahme, kein Urteil. Aussagekräftig wird es, wenn du denselben Fragenkatalog alle paar Wochen durchgehst und die Tendenz siehst.
Aktuelle Untersuchungen im deutschsprachigen Raum zeigen, dass mehr als die Hälfte der getesteten Mittelständler bei Empfehlungsfragen von ChatGPT gar nicht genannt wird. Wenn du also nicht auftauchst, bist du in guter Gesellschaft – und hast die Chance, dir einen Vorsprung aufzubauen, solange deine Wettbewerber das Thema noch nicht auf dem Zettel haben.
Was dein Testergebnis bedeutet – und was du jeweils tust
Fall 1: Du wirst genannt und die Angaben stimmen. Glückwunsch – deine digitale Grundlage funktioniert. Jetzt geht es um Verteidigung: Bewertungen weiter aufbauen, Inhalte aktuell halten, den Test regelmäßig wiederholen. Sichtbarkeit, die du nicht pflegst, wandert zu dem Wettbewerber, der es tut.
Fall 2: Du wirst genannt, aber mit falschen Angaben. Falsche Öffnungszeiten, alte Adresse, Leistungen, die du gar nicht anbietest – das ist ärgerlicher als Unsichtbarkeit, denn es kostet konkrete Anfragen. Die Korrektur läuft über die Quellen: KI-Systeme erfinden Unternehmensdaten selten, sie übernehmen sie von irgendwoher. Prüfe dein Unternehmensprofil, deine Website und deine Verzeichniseinträge (Citations) auf veraltete Angaben – meist findest du die Fehlerquelle in einem vergessenen Eintrag. Konsistente NAP-Daten überall sind hier das Fundament.
Fall 3: Du wirst gar nicht genannt. Kein Grund zur Panik, aber ein klarer Arbeitsauftrag. In fast allen Fällen fehlen die Grundlagen, aus denen KI-Systeme ihre Empfehlungen bauen – und die stehen im nächsten Abschnitt.
Wovon hängt es ab, ob die KI dich empfiehlt?
Das Beruhigende zuerst: Es gibt keine geheime KI-Optimierung, die mit allem bricht, was du bisher gemacht hast. KI-Systeme vertrauen im Kern denselben Signalen wie Google – nur mit anderer Gewichtung:
Externe Erwähnungen zählen mehr denn je. Eine KI empfiehlt ungern ein Unternehmen, für dessen Qualität es nur einen einzigen Beleg gibt: deine eigene Website. Was zählt, sind Bestätigungen von außen – Bewertungen, Verzeichniseinträge, Erwähnungen in lokalen Medien und Fachportalen. Genau das Prinzip hinter E-E-A-T: nachweisbare Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit statt Eigenlob.
Konsistente, maschinenlesbare Daten. Einheitliche NAP-Daten überall, ein vollständiges Unternehmensprofil (bei Google und Bing) und Schema Markup auf der Website, damit Maschinen deine Angaben eindeutig zuordnen können.
Inhalte, aus denen sich zitieren lässt. KI-Systeme ziehen sich einzelne, in sich verständliche Passagen aus Websites. Eine Seite, die Kundenfragen klar und direkt beantwortet, liefert genau solche Passagen – Werbefloskeln liefern nichts, was eine KI übernehmen könnte. Wie du Inhalte dafür aufbaust, haben wir im Grundlagen-Artikel zur KI-Suche beschrieben.
Wenn dir diese Liste bekannt vorkommt: Das ist kein Zufall. Es sind größtenteils dieselben Hausarbeiten wie für die lokale Sichtbarkeit bei Google – GEO belohnt, was gute lokale Grundlagenarbeit ohnehin aufbaut. Den Leitfaden für deine lokale Basis findest du hier.
Woran du unseriöse KI-Sichtbarkeits-Angebote erkennst
Wo ein neues Thema ist, sind die Verkäufer nicht weit – und rund um KI-Sichtbarkeit entsteht gerade ein Markt aus Monitoring-Tools, Audits und „KI-Optimierungs-Paketen". Manches davon ist seriös. Woran du den Rest erkennst:
„Wir garantieren, dass ChatGPT dich empfiehlt." Kann niemand. KI-Antworten lassen sich nicht kaufen und nicht garantieren – es gibt keine Anzeigenplätze in der Empfehlung und keinen direkten Draht zu den Systemen. Seriös ist, wer von Wahrscheinlichkeiten und Grundlagenarbeit spricht.
Teure Monitoring-Tools als Pflicht. Für Konzerne mit hunderten Suchbegriffen mögen automatische Überwachungstools sinnvoll sein. Für einen regionalen Betrieb reicht der manuelle Test alle paar Wochen völlig – null Euro, fünfzehn Minuten.
Panik als Verkaufsargument. Ja, das Suchverhalten verschiebt sich – und ja, es lohnt sich, jetzt anzufangen. Aber der direkte Kundenstrom aus KI-Antworten ist heute noch klein. Wer dir erzählt, dein Geschäft sei nächsten Monat weg, wenn du nicht sofort unterschreibst, will nicht dein Bestes.
Die ehrliche Einordnung: KI-Sichtbarkeit ist heute vor allem eine Investition in die Vorentscheidungsphase – dort, wo Kunden ihre Auswahlliste bilden. Das macht sie wertvoll und ihren Aufbau dringlich, denn er braucht Monate. Aber sie ist kein Notfall, der Panikpreise rechtfertigt.
Du willst wissen, wie du bei Google und in KI-Antworten dastehst? Unsere Sichtbarkeits-Analyse prüft beides – kostenlos und ohne Fachchinesisch. Du bekommst eine ehrliche Bestandsaufnahme: wo du genannt wirst, wo nicht, woran es liegt und was du selbst tun kannst.
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